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«Das Ganze» und die Wirklichkeit

Theodor Fontanes perspektivischer Realismus

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Hans-Jürgen Zimmermann

Vorliegende Arbeit versucht, einen Realismusbegriff vornehmlich aus dem dichterischen Werk des Autors zu gewinnen. Der Begriff des «Ganzen» steht im Mittelpunkt, weil er als ein Gegenbereich zum «Wirklichen» in den Romanen Fontanes Niederschlag findet: mit dem Bild des Paradieses z.B. wird die «unrealistische», ganzheitliche Ordnung planmässig ausgegrenzt, um sie zur idealen Folie der immer nur unvollkommenen, unvollständigen Wirklichkeit werden zu lassen. Wirklichkeit wird also dezidiert aus der Reflexion konstituiert. «Realismus» ist demnach als ein Erzählmodus zu beschreiben, der die «realen» Dinge zu reflektieren versucht und dem es erst in zweiter Linie darum zu tun ist, sie möglichst wirklichkeitsgetreu zu spiegeln. Dieser Erzählmodus ist als perspektivischer ausgewiesen, wobei sich die Untersuchung auf ein exemplarisches Vorgehen beschränkt.
Aus dem Inhalt: U.a. Sprechen als Prozess der Versöhnung - «Der Stechlin» als politischer Roman - «Realistische» und «romantische» Bedeutsamkeit der Dinge - Über zwei Melusinenfiguren Fontanes.