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Bürgerlicher Radikalismus und demokratisches Denken im Ungarn des 20. Jahrhunderts

Der Jászi-Kreis um «Huszadik Század» (1900-1949)

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Janos Hauszmann

Ungarn stand Jahrhunderte hindurch im Spannungsfeld zwischen dem Bedürfnis zur Anlehnung an westeuropäische politische und kulturgeschichtliche Traditionen einerseits und ungebrochenem Willen zur Geltung und Unabhängigkeit andererseits. Doch eine umfassende «Europäisierung» von Land und Volk blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein aus. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert formierte sich ein Kreis der ungarischen städtischen Intelligenz - zumeist deutschjüdischer Herkunft -, der sich anschickte, Nationalismus und Rückständigkeit durch Überzeugung, Bildung und Wissenschaft zu bekämpfen und für demokratisches Denken zu werben. Hierzu dienten seine soziologische Revue «Huszadik Század» sowie die Dachorganisation «Társadalomtudományi Társaság». Der Kampf des kleinen bürgerlichen Lagers indes ging angesichts der Übermacht des feudal-konservativen Geistes in Ungarn verloren.
Aus dem Inhalt: Staat und Gesellschaft in Ungarn am Ausgang des 19. Jahrhunderts - Entstehung und Entfaltung des bürgerlichen Radikalismus (1900-1919) - Rückzug der Bürgerlich-Radikalen ins innere und äussere Exil.