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Experiment und Spiel - Subjektivitätsstrukturen im Erzählen Arthur Schnitzlers

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Herbert Knorr

Die aus der medizinisch-wissenschaftlichen Methodik des 19. Jahrhunderts adaptierte experimentelle Erzählweise Arthur Schnitzlers ist ambivalent. Einerseits ist sie selbst dem experimentellen Wissensideal verpflichtet, andererseits gelingt es ihr im ästhetischen Spielraum, das problematische Objektivitäts- und Theoriedenken der neuzeitlichen Wissenschaft zu kritisieren und teilweise zu durchbrechen. Mittels «struktureller Mimesis» weist das Erzählen Schnitzlers die allgemein gewordenen, unbefragten Subjektivitäts- und Spielstrukturen der spätbürgerlichen Welt und entsprechende abstrakte Selbstverwirklichungsvorstellungen ihrer Individuen als falsch zurück. Es markiert den Verlust einer lebensweltlich-praktischen Wirklichkeit, die zurückgewonnen werden muss, damit die Humanität des Menschen gerettet werden kann.
Aus dem Inhalt: Schnitzlers Verhältnis zur Wiener Medizin - Die Einheit und Kontinuität Schnitzlerschen Erzählens - Paradigmen kritisch analysierter Subjektivität - Experimentelle Methodik und ihre erzählästhetische Problematisierung - u.a. 13 ausführliche Interpretationen wesentlicher Erzählungen Schnitzlers.