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Von Wols zu Tintoretto

Sartre zwischen Kunst und Philosophie

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Heiner Wittmann

Mit den Porträtstudien über bildende Künstler (Wols, Calder, Masson, Giacometti u.a.) hat Jean-Paul Sartre die Thesen seiner philosophischen Hauptwerke auf die Kunst übertragen. Seine Analyse der Werke Tintorettos ist nicht an der Biographie des Malers orientiert, sondern legt eine Anleitung zur Kunstbetrachtung vor.
Diese Beobachtung gilt für alle Porträtstudien, in denen Sartre Kunst, Philosophie und Literaturkritik miteinander verbindet. Dabei lehnt er es immer wieder ab, das Werk eines Künstlers mit dessen Leben zu erklären; ist doch das Werk als Entwurf prinzipiell auf die Zukunft gerichtet. Daher tragen die Rezipienten selbst den entscheidenden Anteil an der Entstehung eines Kunstwerks. Ihre Verantwortung für das Verständnis und die Wirkung der Kunst wird von Sartre in seiner Ästhetik nachgewiesen.

«Der Autor dieser romanistischen Studie hat das Verdienst, auf die Ästhetik eines Autors hinzuweisen, der mit der Ästhetik im wissenschaftlichen wie landläufigen Sinne meist überhaupt nicht in irgendeinen Zusammenhang gebracht wird.» (Rupert Neudeck, Dokumente)