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«Medienmacht» und Rezipientenfreiheit

Zur Interpretation von Art. 5 I 2 GG für den Rundfunkbereich im Lichte der neueren Medienforschung

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Wolfgang Hecker

Neuere Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Forschung stellen die Annahmen einer einseitig manipulativen Wirkung der Massenmedien in der frühen Medienforschung und der kritischen Theorie in Frage. Als generalisierte Form sprachlich vermittelter Konsensbildungsprozesse ermöglicht Massenkommunikation keine umfassende Technisierung der Lebenswelt (Habermas). Auch die neuere Medienforschung thematisiert verstärkt das mögliche Widerstandspotential des Publikums der Massenmedien. Dabei werden aber auch die Grenzen der Publikumsfreiheit sichtbar. Die Untersuchung exemplifiziert diese Fragestellung am Beispiel des Nutzenansatzes aus der neueren Medienforschung unter besonderer Berücksichtigung der Rezeption des Nutzenansatzes im Rahmen der verfassungsrechtlichen Rundfunkdebatte bei R. Scholz. An die Analyse der Entwicklung der verfassungsrechtlichen Interpretation zu Art. 5 I 2 GG schliesst eine Untersuchung des öffentlich-rechtlichen und des privatwirtschaftlichen Rundfunkmodells und der verfassungsrechtlich gebotenen gesetzgeberischen Vorkehrungen zur Vielfaltssicherung an.
Aus dem Inhalt: U.a. Die frühe Kritik der «Kulturindustrie» und neuere Ergebnisse der Medienforschung im Vergleich - Medienforschung und verfassungsrechtliche Rundfunkdebatte - Analyse und Perspektiven des privatwirtschaftlichen und des öffentlich-rechtlichen Rundfunkmodells - Vorkehrungen für eine Vielfalt von Produktionsweisen im Rundfunk.