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Die Darstellung der Psychologie des Tyrannen in Shakespeares «King Richard III» und «Macbeth»

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Marga Unterstenhöfer

Ausgehend von den «pathoi» des seneceischen Tyrannen, der im «furor» und der «insania» endet, sucht die vorliegende Untersuchung an King Richard III und Macbeth aufzuzeigen, dass eine gestörte Leib-Seele-Einheit infolge der Dominanz der Leidenschaften vernunftgeleitetes, ethisch-psychologisches Handeln verhindert und eine Zerstörung des Selbst bewirkt, die letzlich eine Zerstörung der staatlichen Ordnung als Widerspiegelung des kosmischen «ordo» nach sich zieht, - eine Anagnorisis, die völlig verschieden von der Senecas ist. - Aufgrund klassischer, humanistischer sowie moderner Einsichten wird die hartnäckige These des «New Criticism» widerlegt, Shakespeare habe lediglich «poetische» Gestalten ohne psychologische Konsistenz geschaffen.
Aus dem Inhalt: Angst als charakteristische Befindlichkeit des Tyrannen - Head-heart-Dichotomie - Widerstreit der seelischen Kräfte - Isolation und die daraus resultierenden Kommunikationsformen - Analogie zwischen mikro- und makrokosmischer Spaltung.