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Groteske Satire und simplicianische Leidenschaft

Eine Untersuchung zur Literaturtheorie des 16. und 17. Jahrhunderts

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Hans Peter Erlhoff

Die normativen Postulate einer klassizistisch ausgerichteten Barockpoetik fanden in der Dichtung, besonders der satirischen, nur wenig Beachtung. Bewegt sich schon die satirische Gattung als solche teils diesseits teils jenseits einer logisch-moralischen Grenze ihres poetologisch postulierten Fiktionshorizontes, so evoziert dessen «groteske» Überschreitung die Frage nach dem Ästhetischen als Widerspruch des Moralischen. Ursache ist ein gegenüber der Tradition umgedeutetes Rhetorik-Verständnis, wobei der «mania»-Lehre die entscheidende Rolle im Prozess des poetischen Schaffens zukommt. Sie wird von Grimmelshausen aufgegriffen und in den simplicianischen Schriften zur poetischen Gestalt verdichtet.
Aus dem Inhalt: Raumgewinn und Zeitangst - Aspekte der satirischen Fiktionalität - Hermetische Prosa - Unendlichkeit und Leidenschaft.