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Sprachenkonflikt und Sprachverdrängung

Die zweisprachige Kommunikationspraxis der Otomí-Indianer in Mexico

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Rainer Enrique Hamel

Die vorliegende Studie stammt aus einem der umfassendsten soziolinguistischen Forschungsprojekte Lateinamerikas der achtziger Jahre. Sie analysiert das zweisprachige Kommunikationssystem der Otomí-Indianer, einer der 56 eingeborenen Minderheiten Mexicos, im Spannungsfeld zwischen sprachlich-kultureller Assimilation und ethnischer Beharrung. Der Autor zeigt, dass sich Sprachenkonflikt und Wandel nicht nur auf der Ebene der Sprachsysteme selbst auswirken, sondern vor allem auch auf denen der Kulturmuster und Diskursstrukturen, wobei den Diskursstilen und Diskursstrategien eine besondere Rolle zukommt. Diese Ergebnisse stellen eine notwendige Korrektur traditioneller Modelle von Diglossie, Sprachenkonflikt und Verdrängung dar; sie führen gleichzeitig die weitreichenden Möglichkeiten eines integrativen, nach Ordnungsebenen differenzierten Verfahrens der Diskursanalyse vor Augen.
Aus dem Inhalt: Die Analyse von Sprachen- und Kulturkonflikten in der verbalen Interaktion - Schlichtungen und Dorfversammlungen als Kristallisationspunkte von Sprachkonflikten - Diskursstile und Diskursstrategien - Sprachverdrängung, historische Erfahrung und Sprachbewusstsein.