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G.G. Gervinus' «Geschichte der poetischen National-Literatur der Deutschen»

Nationbildung auf literaturgeschichtlicher Grundlage

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Michael Ansel

Die Arbeit thematisiert die Literaturgeschichtsschreibung von Gervinus auf der Basis eines interdisziplinären Ansatzes - neben der einschlägigen germanistischen Forschung werden Untersuchungen zum Liberalismus und zur Sozialgeschichte des Bürgertums im Vormärz berücksichtigt. Behandelt werden u.a. Gervinus' zwiespältiges Verhältnis zur ästhetischen Wertung, seine geschichtsphilosophische, von der liberalen Mittelstandsideologie inspirierte Deutung der «National-Literatur» und sein Versuch, die Literatur zum politischen Erbe und zur Manifestation der nationalen Identität der Deutschen zu stilisieren. Nach einer Erörterung der vermeintlichen Merkmale dieser nationalkulturellen Identität wird schließlich gezeigt, daß Gervinus nicht zuletzt dank seines parteilichen Engagements neuartige Forschungsresultate vorlegen konnte.
Aus dem Inhalt: Gervinus' Stellung in der Literaturwissenschaft - Das protestantische Wahrheitsstreben als Garant für die Errichtung einer Menschheitsnation - Der Funktionszusammenhang von Objektivität und Parteilichkeit - Mängel des Politisierungskonzepts und deren (ideen)geschichtliche Gründe.