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Kritik der bürgerlichen Vernunft

Zu Sartres «Critique littéraire» und der Funktion des Intellektuellen

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Thomas Laux

Sartres Ablehnung seiner eigenen Herkunftsklasse, der Bourgeoisie, ist häufig benannt, kaum aber einmal in den Zusammenhang seiner literarischen Produktion gestellt worden. Insbesondere die literaturkritischen Arbeiten zu Genet, Flaubert und, soweit dies zu ermitteln möglich ist, zu Mallarmé bieten indes ein fundamentales Angebot bourgeoisiekritischer Ansätze. Zugleich erweist sich die Verschränkung von Bourgeoisie- und Literaturkritik, die vielleicht einzig mit Sartre so eklatant in Erscheinung tritt, auch als Spiegel der eigenen, d.h. intellektuellen Selbstwahrnehmung. Im Rekurs auf die in den späten 60ern erfolgten Brüche und Ambivalenzen, denen Sartre und sein «Flaubert» unterworfen sind, kristallisiert sich zunächst die problematisch werdende Position des Intellektuellen stärker heraus; in der Debatte mit seinen nach wie vor strittigen und umstrittenen Nachfolgern (den «Nouveaux Philosophes» vor allem) erhält die Position Sartres indes die ihr gebührende und postume Aufwertung.
Aus dem Inhalt: U.a. Saint Genet: Zur Kritik der bürgerlichen Weltanschauung - Das Mallarmé-Fragment: Der erste Konflikt zwischen Bourgeoisie und Literatur - L'Idiot de la famille: Szenarien eines bürgerlichen Mikrokosmos - Critique littéraire und Intellektuellenperzeption.