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Raum und Subjektivität

Strategien der Raumvereinheitlichung im Chor des Heilig-Kreuz-Münsters zu Schwäbisch Gmünd

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Klaus Lange

Dem Einheitsraum des Parler-Chores in Schwäbisch Gmünd liegt der Gegensatz von objektiver Dezentrierung des Baukörpers und subjektiver Zentrierung des Raums zugrunde: Einerseits wendet sich der Chor mit seiner unregelmässigen Schlusskonstruktion gegen das Einheitsideal der Hochgotik, andererseits erzeugt er mit Hilfe seines spitzverkröpften Gesimses die optische Illusion eines Zentralraums, in dessen Mitte der Betrachter geführt wird. So bewirkt er in einer Zeit, in der tradierte Ordnungsvorstellungen brüchig werden, eine Aufwertung des individuellen Menschen und strebt eine Neubegründung von Einheit durch unmittelbare Erfahrbarkeit von Raum und Subjektivität an.
Aus dem Inhalt: Dezentrierung des Grundrisses - Ganzheitliche Konzeption der kubischen Raumform - Vergegenwärtigung des homogenen Raumkontinuums - Optische Zentrierung des Raums - Intuitive Evidenz von Raum und Subjektivität.