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Das Opfersein Christi und das Opfersein der Kirche

Der Operbegriff Augustins als Beitrag zum Verständnis der Eucharistie in den Konvergenzerklärungen von Lima 1983

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Hertha Franz

Im Zentrum kontroverstheologischer Erörterungen über Eucharistie- Abendmahl steht seit der Reformationszeit der Opferbegriff. Zur Lösung der hier vorliegenden Probleme bietet sich das Verständnis des Opferbegriffes an, wie es sich in der Lehre Augustins vom Opfersein Christi und dem Opfersein der Kirche darbietet. Menschsein verwirklicht sich nach Augustin als Opfersein, d.h. im Sich-Empfangen von Gott und im Sich-Hingeben an Gott und den Mitmenschen. Dieses Opfersein ist kennzeichnend für das Leben im schöpfungsgemässen Urstande, in der endzeitlichen Vollendung und in der himmlischen Welt der Engel und der Seligen. Im irdisch-geschichtlichen Zeitraum ist das Opfersein in einzigartiger Weise verwirklicht in der Geschichte Jesu Christi; er ist sacrificium singulare. An diesem Opfersein gewinnt die Kirche Anteil im Empfangen der eucharistischen Gaben. Indem sie den Opferleib Christi empfängt, wird sie in das hinein verwandelt, was sie empfängt, sie wird sacrificium universale. Das Opfersein Christi und der Kirche zielt auf die Wiederherstellung (restitutio) der gesamten Schöpfung. Von dieser augustinischen Konzeption her werden Fehlentwicklungen und Missverständnisse im mittelalterlichen und reformatorischen Gebrauch des Opferbegriffes aufgezeigt und Korrekturen für das ökumenische Gespräch der Gegenwart fruchtbar gemacht.
Aus dem Inhalt: Die gegewärtige Diskussion über den Opferbegriff in der Ökumene - Der Opferbegriff in seiner Abgrenzung gegenüber dem heidnischen Opferbegriff - Die Anwendung dieses die Anthropologie bestimmenden Opferbegriffes im Rahmen der theologischen Konzeption Augustins - Das Opferverständnis Augustins als Beitrag zur Klärung historischer Missverständnisse - Das Opfersein Christi und das Opfersein der Kirche in der Feier der Eucharistie - ein Beitrag zur Rezeption der Konvergenzerklärungen von Lima - Das Opfersein der Kirche und der einzelnen Christen im alltäglichen Lebensvollzug als dankbarer Dienst in der noch nicht erlösten Welt und als Zuversicht vermittelnde Hoffnung auf die von Gott verheissene Wiederherstellung seiner Schöpfung.