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Mittelmacht als Dolmetscher

Die Entspannungspolitik der Bundesrepublik Deutschland an der Schwelle der 80er Jahre

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Klaus-Dieter Schulz-Vobach

Kremlchef Gorbatschow hat durch die Neubestimmung der sowjetischen Rüstungskontroll-Politik Bewegung in die Entspannung gebracht. Der erste wirkliche Abrüstungsvertrag im Atomzeitalter darf aber nicht zur Euphorie verleiten. Der Ost-West-Konflikt schwelt weiter. Auch an der Schwelle der 90er Jahre kann Entspannungspolitik nicht sinnvoll betrieben werden, wenn die Strukturen des Ost-West Antagonismus unberücksichtigt bleiben. Die Fortführung des Entspannungsprozesses wird begünstigt, wenn die Supermächte Kurs halten. Der Prozeß bleibt gefährdet, wenn auch nur einer der Blockführer in seinem Bemühen um Entspannung nachläßt. Das ist dann die hohe Zeit der Mittelmächte, trotz Konfrontation zumindest den Dialog über die Systemgrenzen hinweg zu erhalten. Die Untersuchung der Entspannungspolitik der Bundesrepublik Deutschland an der Schwelle der 80er Jahre - in der Talsohle der Entspannung - beschreibt Bonner Einflußmöglichkeiten. Als sogenannter wirtschatlicher Riese und politischer Zwerg ist die Mittelmacht Bundesrepublik fest im Westen verankert, eher Dolmetscher als Vermittler im Ost-West-Konflikt, immer aber ein Faktor, der im Osten Gewicht hat.
Aus dem Inhalt: Entspannung als Muster der Beziehungen von Supermacht zu Supermacht und der gegeneinander gerichteten Bündnisse im Ost-West-Konflikt sowie die Entspannungspolitiken im Entspannungsprozeß. Die Entspannungspolitik der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen von KSZE, MBFR, SALT/START und INF, von EG und RGW, von COCOM und innerdeutschem Handel. Die Ost- und Deutschlandpolitik der Bundesregierungen Schmidt/Genscher und Kohl/Genscher im Dienst der Ost-West-Dialogerhaltung. Bonner Initiativen unter dem Eindruck des NATO-Doppelbeschlusses zu den Mittelstrecken-Raketen, der sowjetischen Militäraktion in Afghanistan und der Streikwelle in Polen.