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Studien zur altfranzösischen Verslegende (10. - Anfang 13. Jahrhundert)

Die Legende im Spannungsfeld von Chanson de geste und Roman

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Ursula Ernst-Auch

Die vulgärsprachlichen Verslegenden sind die ersten literarischen Zeugnisse Frankreichs. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Tatsache, daß gerade diese Textgruppe ohne erkennbare Brüche das ganze Mittelalter hindurch fortzubestehen scheint, während sich die sie umgebenden Gattungen der profanen Erzähltradition ständigem Wandel unterworfen sahen. Die Modernität der Legende scheint in ihrem engen Kontakt zu der sie umgebenden Profanliteratur begründet zu liegen. Die Art und Weise dieser besonderen Koexistenz ist Gegenstand der Arbeit: Was kann die Legende aus den profanen Textgattungen assimilieren? In welcher Weise wirkt sie selbst befruchtend auf die sich wandelnde profane Erzähltradition? Diesen Fragen wird mit einem kontrastiven Ansatz nachgegangen, der unter einer weitgehend synchronen Betrachtungsweise Legende und Chanson de geste beziehungsweise Legende und Roman einander gegenüberstellt.
Aus dem Inhalt: 1. Legende und Chanson de geste: Erscheinungsform und Funktion des Wunders - Epische Idealität und christliche Tugend - Lebenswahl und Gemeinschaftsbindung - Der Tod des Helden - «Epische Heiligkeit».
2. Legende und Roman: Identitätsgewinnung des Protagonisten - Familienkonstellation und Paarbeziehung - Die genealogische Vereinzelung des Heiligen - Handlungsstrukturen. 3. Stabile und bewegliche Elemente der altfranzösischen Verslegende.