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Virtutis non est virtus

Ein scholastischer Lehrsatz zur naturgemäßen Bestimmung vernünftigen Handelns in seiner Vorgeschichte

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Volker Hildebrandt

Seit Plato besteht Grund zur Annahme einer letzten Bestimmungsinstanz des Handelns, die in der praktischen Natur des Menschen verankert sein muß. Durch eingehende Textanalysen wird in diesem Buch versucht, verschiedene, von der antiken Philosophie ausgehende Beobachtungen aufzuhellen, die eine solche Instanz nahelegen. Dabei wurden all die Texte von Plato und Aristoteles untersucht (vor allem Euthydemos, Politikos, Hippias Minor, Politeia I, Nikomachische Ethik VI 5 und Eudemische Ethik VIII 1), die zwei scholastischen Theoremen - «natura ad unum, ratio ad opposita» und «virtutis non est virtus, sed artis est virtus» - zugrunde liegen. Die phänomenologische Skizzierung der genannten Theoreme ermöglicht, eine Beschreibung dieser höchsten Instanz zu erproben.
Aus dem Inhalt: Die praktische Unbestimmtheit der «technê» - Die platonische Aporie vom absichtlichen Falsch-Handeln als das Handeln des Besseren - Aristotelische Überwindung der «technê»-Aporie - Eudemische Ethik VIII 1 - Naturhafte Präexistenz des «esse morale» bei Thomas von Aquin.