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Hermann Schottennius - Ludus Martius Sive Bellicus

Herausgegeben und übersetzt von Hans-Gert Roloff

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Hans-Gert Roloff

Das neulateinische Spiel vom deutschen Bauernkrieg, das erstmals in einer lateinisch-deutschen Ausgabe vorgelegt wird, ist ein höchst beachtenswertes literarisches Dokument aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Unmittelbar nach Beendigung des blutigen Bauernkrieges im Sommer 1525 machte sich der junge Kölner Universitätsdozent Hermann Schottennius daran, die tragischen geschichtlichen Vorgänge durch eine szenische Repräsentation den Bürgern Kölns erfahrbar zu machen. Bereits im Frühjahr 1526 wurde das Stück in der Laurentius-Burse von Schülern und Studenten aufgeführt und danach zweimal gedruckt. Der Text ist nicht nur unter literarischem Aspekt, sondern weit mehr noch unter historischem und reformationsgeschichtlichem Blickfeld von Interesse. Der Autor hat nicht nur ein wirkungsvolles Theaterstück geschaffen, sondern einen kritischen Standpunkt, den des Städters, gegenüber den auffällig genau recherchierten Vorgängen eingenommen. Kritik teilt er an die Obrigkeiten und an die gewalttätigen Aufrührer gleichermaßen aus; aber obwohl er selbst beim katholischen Glauben geblieben war, findet sich keine Kritik an Luther.
Der Herausgeber hat das Spiel übersetzt, eingeleitet und einen Kommentar beigegeben, der einerseits die sprachlichen Bezüge zur antiken Literatur herausstellt, andererseits den Text mit Flugschriften des Bauernkrieges konfrontiert, die den historischen Wert des Stückes eindringlich beleuchten und verdeutlichen.