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Kannibalismus in Brasilien

Eine Analyse europäischer Reiseberichte und Amerika-Darstellungen für die Zeit zwischen 1500 und 1654

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Astrid Wendt

Die vorliegende Arbeit stellt einen Beitrag zu der immer wieder aufflammenden Diskussion dar, ob und in welchem Ausmaß Kannibalismus in den von Europäern kolonisierten Gebieten tatsächlich betrieben wurde. Die Untersuchung der noch erhaltenen Berichte von Augen- und Zeitzeugen über Sitten und Bräuche der Bewohner Brasiliens zeigt zum einen die Konstanten innerhalb der Werke auf, zum anderen macht sie die Unterschiede deutlich, die zwischen den Quellen der einzelnen, an der Ostküste Südamerikas engagierten europäischen Nationen zu beobachten sind. Diese - gerade im Hinblick auf die Anthropophagie interessanten - Unterschiede hatten nicht zuletzt Auswirkungen auf die jeweilige Beurteilung der eingeborenen Bevölkerung in ihrer Gesamtheit. Die Spiegelung derartiger Zusammenhänge in einschlägigen Texten ist ebenso Gegenstand der Analyse wie ihre Umsetzung in Darstellungen der bildenden Kunst.
Aus dem Inhalt: Der rituelle Kannibalismus in Brasilien im Spiegel der europäischen Reiseberichte - Kannibalismus innerhalb allegorischer Amerika-Darstellungen - Der Kannibalismus und das nationale «Indianer-Bild».