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Instrumentale Sonderformen in Norddeutschland

Eine Studie zu den Auswirkungen eines Theologenstreites auf Werke der Organisten Weckmann, Reincken und Buxtehude

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Christine Defant

Als Gesamtkomplex betrachtet, weichen die von den norddeutschen Organisten Weckmann, Reincken und Buxtehude überlieferten Orgel- und Kammermusikwerke in vielfacher Hinsicht deutlich vom Kontext des späteren 17. Jahrhunderts ab, ohne daß gleichzeitig eine einheitliche Konzeption erkennbar wäre. Dennoch fallen besonders in den Ensemblewerken gemeinsame «gelehrte» Tendenzen auf, die schon in der Vergangenheit immer wieder zu Vermutungen über regional bedingte Entstehungsursachen führten. In der vorliegenden Studie wird mit Hilfe datierbarer Werke, historischer und sozialgeschichtlicher Gegebenheiten und zeitgenössischer Zeugnisse untersucht, inwieweit gewisse sowohl in der Orgelmusik als auch in den Ensemblewerken nachweisbare Besonderheiten mit einem in den Sechzigerjahren des 17. Jahrhunderts im Hamburger Raum heftig diskutierten Meinungsstreit um die generelle Berechtigung der Orgelmusik im Lutherischen Gottesdienst zusammenhängen könnten. Denkbar wäre, daß sich die Organisten, die sich im Falle einer Abschaffung der Orgelmusik in ihrer Existenz gefährdet sahen, auf unterschiedliche Weise in Anlehnung an die zeitgenössische Musikauffassung- und -Theorie um eine Rechtfertigung der Instrumentalmusik bemüht hätten.
Aus dem Inhalt: Gemeinsamkeiten in den Ensemblewerken von Weckmann, Reincken und Buxtehude - Die hochbarocke Musikauffassung in Deutschland - Theologische Argumente für und gegen die Orgelmusik im Gottesdienst - Beispiele für unterschiedliche kompositorische Ansätze zur Rechtfertigung der Instrumentalmusik.