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Jedes Wort ist ein Wahn

Versuch Hölderlins frühe Texte aus der Perspektive seiner späten zu lesen

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Jochen Hengst

In seinen späten Fragmenten begreift Hölderlin die Wörter als Elemente eines wahnhaften diskursiven Zusammenhangs. Das Poesieverständnis dieser Texte wird in der vorliegenden Untersuchung auf frühe Texte zurückgeblendet, um nach dem Prozeß seiner Herausbildung zu fragen. Dabei wird deutlich, daß Hölderlins Sprache gegen zwei zentrale Ordnungsformen des herrschenden Diskurses opponiert: die Grammatik als die repräsentative Ordnung von Sprache und den Begriff als die «vernunftgemäße» Ordnung eines Bedeutungscharakters von Wörtern. Hölderlin bezieht damit schon jene kritische Perspektive der modernen Poesie, die sich nicht mehr in, sondern nur noch gegenüber unseren Sprachgewohnheiten ereignet.
Aus dem Inhalt: U.a. Ursprung des Hölderlinschen Denkprozesses in Texten bis 1790 - Ansätze zu einer antigrammatischen Schreibweise - Ästhetik des Spekulativen in Texten zwischen 1790 und 1796.