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Eidola

und andere mit dem Sterben verbundene Flügelwesen in der attischen Vasenmalerei in spätarchaischer und klassischer Zeit

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Egon Peifer

Alle faßbaren Darstellungen von Eidola auf attisch-schwarzfigurigen und rotfigurigen Vasen sowie weitere kunstgewerbliche Erzeugnisse Attikas und benachbarter Kunstlandschaften werden zusammengestellt und in eine neue thematische Ordnung gebracht. In Vasenbildern sind die Personifikationen von Ker und Psyche - des menschlichen Todesloses und der im Tode vom Körper getrennten menschlichen «Seele» - als Eidola, d.h. als miniaturisierte Flügelwesen dargestellt. So wird ihre Unterscheidbarkeit von lebenden, denkenden und empfindenden Menschen gewährleistet. Die religionsgeschichtliche Bedeutung der Darstellungen dieser Wesen - insbesondere in Hinblick auf den griechischen Totenkult - steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Gleichzeitig wird herausgestellt, daß das Aussetzen der Bilder mit Eidola in der hochklassischen Zeit einhergeht mit dem Aufkommen der Darstellungen von Toten im Lebensbild, die die Erinnerung der Hinterbliebenen an «ihren» Toten wachhalten sollen. In die Betrachtung einbezogen werden weitere Vasenbilder, die sich durch ihren eindeutigen Bezug zum Totenkult und durch die Darstellung anderer Flügelwesen (Hypnos, Thanatos und Eos) mit den Eidola verbinden lassen.
Aus dem Inhalt: Begriffsklärung von Psyche, Ker und Eidolon - Vorgängertypen spätarchaischer Psychendarstellungen - Kerostasieszenen - Szenen des Totenkult am Grabe - Eidola in Unterweltsbildern - Die Totenbergung durch Sterbliche - Die Totenbergung durch Götter - Die Grablegung durch Hypnos und Thanatos - Sirenen und Sphingen als Todesdämonen.