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England und die Engländer in Schulbüchern des Kaiserreichs und der Weimarer Republik

Texte mit Kommentar

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Roland Schopf

Obwohl England in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die dominierende Weltmacht war, machte das Deutsche Reich den Konkurrenten auf allen Weltmärkten erst kurz vor der Jahrhundertwende aus. Bis dahin und später war die öffentliche Auseinandersetzung ganz auf Frankreich fixiert. Von Englands Gegnerschaft im ersten Weltkrieg überrascht, mußte ein Feindbild hastig nachgeliefert werden. Der Wechsel vom «britischen Vetter» zum «perfiden Albion», vom formvollendeten Gentleman zum geld- und machtbesessenen Krämer fiel um so brüsker aus.
Schulbücher der Fächer Deutsch, Geschichte und Geographie geben in ihren Texten einen originären Eindruck von der Entwicklung der politischen Beziehungen, wenn auch mit erheblichen Verzögerungen. Erst Ende der zwanziger Jahre gelang es, eine objektivere Sichtweise allmählich und gegen andere Tendenzen sich anzueignen.
Durch die chronologische Reihenfolge relevanter Abschnitte wird die Entwicklung des deutsch-englischen Verhältnisses deutlich, wie sie auf den gleichsam ohnmächtigen Schüler gefiltert einwirkte. Die Dokumentation mit Kommentar soll dem Leser von heute einen möglichst unverstellten Einblick geben in die schulische Mitarbeit an einem widersprüchlich-komplexen Vorstellungsbild.