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Pränatal wirksame Hormone und Verhaltensmerkmale von Patientinnen mit den beiden klassischen Varianten des 21-Hydroxylase-Defektes

Ein Beitrag zur Psychoendokrinologie des Adrenogenitalen Syndroms

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Ralf W. Dittmann

Als ein «Experiment der Natur» bietet das Adrenogenitale Syndrom (AGS) die Möglichkeit, Effekte pränatal wirksamer Steroidhormone auf Verhaltensmerkmale zu untersuchen. Unterscheiden sich AGS-Patientinnen von Schwestern in Intelligenz und Körperhaltungsmustern, in geschlechtstypischen Verhaltensweisen und Zukunftsabsichten? Spielen psychosoziale Faktoren und/oder hormonelle Bedingungen prä- und postnatal für Verhaltensausprägungen und Gruppendifferenzen eine wesentliche Rolle? Diese Fragen wurden u.a. mit Hilfe halbstrukturierter Interviews untersucht, mit Patientinnen, Schwestern und Müttern, unter Berücksichtigung von verschiedenen Lebensabschnitten, Analysen auf Einzelitem- und Skalenebene sowie zwei genetisch und hormonell differenten Patientinnengruppen. Die Ergebnisse sind bedeutsam für die psychoendokrinologische Theoriebildung über organisierende Hormoneffekte auf geschlechtstypische Verhaltensmerkmale, aber auch für die klinische und psychosoziale Betreuung von AGS-Patientinnen und Eltern.
Aus dem Inhalt: Patientinnen mit dem Adrenogenitalen Syndrom wurden mit Schwestern verglichen in Hinsicht auf Intelligenz, Körperhaltungsmuster, geschlechtstypisches Verhalten und Zukunftsabsichten (u.a. Interviewdaten). Die Ergebnisse sind bedeutsam für die Theorie pränataler Hormoneffekte sowie die klinische und psychosoziale Versorgung.