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Gliederungsinitialen in frühmittelalterlichen Epenhandschriften

Studie zur Problematik ihres Auftretens, ihrer Entwicklung und Funktion in lateinischen und volkssprachlichen Texten der Karolinger- und Ottonenzeit

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Ulf Bästlein

Die Handschriften des Waltharius' und die anderer frühmittelalterlicher lateinischer hexametrischer Dichtungen sind durch Gliederungsinitialen in ungleichzeilige Abschnitte eingeteilt. Um die Bedeutung und Herkunft dieses Textgliederungssystems zu erklären, befaßt sich die vorliegende Studie mit der Geschichte und den Funktionen der Initiale. Die diachrone Gliederungsanalyse der 'Aeneis'-Überlieferung (von der Antike bis ins Hochmittelalter), zeigt, daß die Gliederungsinitiale in Handschriften isometrischer Dichtungen erst mit der Durchsetzung der karolingischen Minuskel als bedeutendster Schriftart auftritt. Es wird darauf hingewiesen, daß auch volkssprachliche Werke des Frühmittelalters ('Otfrid', 'Heliand', 'Beowulf') beim Vorgang der Verschriftlichung nach dem Vorbild lateinischer Dichtungen graphisch gestaltet und gegliedert wurden. Ähnliches wird für die schriftliche Fixierung der altfranzösischen Laisse vermutet. Listen, die die Position der Initialen, die die Handschriften der genannten Dichtungen gliedern, graphisch darstellen, machen auf Unzulänglichkeiten bisheriger Editionen aufmerksam.
Aus dem Inhalt: Geschichte und Funktion der Initiale - Zur Gattungsproblematik des 'frühmittelalterlichen weltlichen Epos' -'Karotus Magnus et Leo Papa', 'Waltharius', 'Bella Parisiacae Urbis', 'Gesta Berengarii' 'Gesta Ottonis', VI. Buch 'Aeneis', 'Heliand', 'Beowulf', 'Evanglienbuch', Otfrids: Die Gliederungsinitialen in ihren Handschriften: Positionslisten und Analyse - Geschichte der Initialengliederung in Handschriften isometrischer Dichtungen - Die Verschriftlichung volkssprachlicher Dichtungen auf dem Hintergrund der lateinischen Schriftkultur.