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Bankenaufsicht in Großbritannien

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Jutta Grundler

Die vorliegende Untersuchung beleuchtet das Thema Bankenaufsicht in einem Land, in dem traditionell Vorbehalte und Skepsis gegenüber Gesetzen bestehen und dessen Rechtsfindung auf ungeschriebenen wie auf geschriebenen Normen gründet. Die unterschiedlichen Entwicklungen der Bank of England und der Deutschen Bundesbank mit ihren Vorläufern werden anhand der politischen Bedingungen und der einschlägigen Gesetze vergleichend gegenübergestellt.
Die zahlreichen Bankenzusammenbrüche in Großbritannien während der letzten 160 Jahre zeigen, daß die britische Bankenaufsicht im Spannungsfeld der (abnehmenden) Bedeutung alter Verhaltensnormen und Spielregeln der Konsensbildung im Gespräch einerseits und (zunehmender) gesetzlicher Regelungen andererseits nicht zuverlässig und effizient genug war. Erkennbar wird, daß die gesetzlichen Regelungen der Bankenaufsicht in Großbritannien - neben zunehmender Beeinflussung durch die EG - vor allem unter dem Leidensdruck von Mißerfolgen entstanden sind.
Der über Jahrhunderte gepflegte Mythos der Bank of England ist als eine der letzten Bastionen des British Empire unter den Erschütterungen zahlreicher Bankenzusammenbrüche stark verblaßt. Die Bank of England ist nun auf dem Weg, aus dem Umfeld einer homogenen britischen Geschäftswelt herauszufinden und sich auf die andersartigen Anforderungen einer multinationalen Finanzwelt einzustellen.
Aus dem Inhalt: Entstehung der Bank of England (1694) - Pell'sche Bankakte 1844 - Macmillan Komitee - Verstaatlichung - Die deutsche und die britische Zentralbank - Radcliffe Komitee - Baring- Krise - secondary banking-Krise - Johnson-Matthey-Bankers- Krise - Crown Agents-Affäre - «Lifeboat» - Deutsche Banken- strukturkommission - Banking Act 1979 und 1987 - Risikobeurteilung (Eigenkapital, Liquidität u.a.)