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Aktaion Polyprágmon

Variationen eines antiken Themas in der europäischen Renaissance

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Wolfgang Cziesla

Thema ist die Geschichte vom antiken Jäger Aktaion, der die Göttin Diana im Bade erblickt und - als Strafe für seinen Fürwitz - in einen Hirsch verwandelt wird, den seine eigenen Hunde zerreißen. Diese einfache Handlungsstruktur gab Anlaß zu vielerlei Deutungen. Christliche Exegese und humanistische Bemühungen, Erziehungstraktate und Fürstenlob, Emblembücher, Volksfeste und höfische Anlässe - jeder Kontext erzeugt eine andere Lesart. Die vorliegende Abhandlung beleuchtet das Thema rezeptionsgeschichtlich in mehreren europäischen Traditionen. Die Spanne der behandelten Autoren reicht dabei von Dante über Shakespeare bis Lohenstein. Im Mittelpunkt stehen drei Renaissance-Auffassungen der Aktaion-Gestalt: der unfreiwillig zum Voyeur werdende Jäger (Giambattista Marino), die Allegorie eines schwärmerischen Gottessuchers (Giordano Bruno) und der Spion am Fürstenhof (Francis Bacon). Als Inkarnation der curiositas hat Aktaion auch seinen Platz an der Seite des Lucius in Apuleius' Eselsroman und des Doktor Faustus.
Aus dem Inhalt: Stoffgeschichtlicher Überblick zum Aktaion-Thema (Antike, Mittelalter, italienische Tradition, englische Renaissance) - Giambattista Marinos Atteone, La Galeria, und L'Adone - Giordano Brunos Dialog-Traktat De gl'heroici furori - Der curiositas-Begriff in der Renaissance.