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Jacobis 'Woldemar' im Spiegel der Kritik

Eine rezeptionsästhetische Untersuchung

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Friedrich Bechmann

Die Wirkungsgeschichte von F.H. Jacobis philosophischem Roman 'Woldemar' wird seit dessen Erscheinen durch die Fehlurteile der Rezensionen W.v. Humboldts und F. Schlegels überschattet. Die vorliegende Untersuchung weist nach, daß Humboldt zum Zeitpunkt der 'Woldemar'-Rezension die literaturkritischen Grundkenntnisse fehlten und er sich deshalb in eine Kantische Deutung «rettete». Schlegel war nach seinem Antiken-Studium durch das Schönheitsideal in sich ruhender Vollkommenheit der Blick für den Bildungsroman verstellt. Das Urteil vom «verfehlten Helden» (Schlegel) wird durch die Darstellung von Jacobis sittlicher Begründung von Freundschaft in der Idee der Freiheit in der Vermittlung durch Fénelons Begriff der 'reinen Liebe' widerlegt.
Aus dem Inhalt: F.H. Jacobis philosophischer Roman 'Woldemar' überwindet das Freundschaftsideal der «edlen Herzen» der Empfindsamkeitsepoche durch die Neubegründung der Freundschaft in der Idee der Freiheit in der Vermittlung durch die Liebe.