Show Less
Restricted access

Motion und Markiertheit

Synchrone und sprachhistorische Evidenz aus dem Gotischen, Althochdeutschen und Altenglischen für eine Widerlegung der Theorien zur Markiertheit

Series:

Birgit Rabofski

Die bisher wenig befriedigend und androzentrisch beantwortete Frage nach der Geschichte der Entstehung, Funktion und Funktionsaufspaltung des für das heutige Deutsch so relevanten Wortbildungsmusters der Motion wird in der vorliegenden Untersuchung aufgegriffen. In der Darstellung der Geschichte der Motion im Gotischen, Althochdeutschen und Altenglischen wird nachgewiesen, daß Motion in den drei untersuchten Sprachen nur einen marginalen Stellenwert besaß. Das sprachhistorische sowie synchrone Material wird als Evidenz für die These angeführt, daß sprachliche Phänomene im Bereich der Personenbezeichnungen, z.B. Neutralisierung, Resultat u.a. außersprachlicher Normen sind. Die Untersuchungen berechtigen zu der Annahme, daß sich die Tatsache, daß der Mann in patriarchalischen Gesellschaftsformen die Norm darstellt, während die Frau als Abweichung von der Norm gilt, je nach Sprachsystem in der sprachlichen Organisation des Teilbereichs «Bezeichnungen für Personen» linguistisch niederschlägt.
Aus dem Inhalt: Motion in den altgermanischen Sprachen Gotisch, Althochdeutsch und Altenglisch - Der Zusammenhang zwischen Motion und Markiertheit - Abriß der Markiertheitstheorien.