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Mythologie in moderner Lyrik

Osip E. Mandel'stam vor dem Hintergrund des «Silbernen Zeitalters»

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Petra Hesse

Für die Literatur des «Silbernen Zeitalters» ist ein ausgeprägtes Interesse an der Mythologie kennzeichnend, die in unterschiedlicher Funktion eingesetzt wird. Die Mythos-Rezeption des Symbolismus bildet quasi die Ausgangslage für Mandel'stams Fortschreiben mythologischer Vorgaben. So entwickelt er im Rückgriff auf die literarische Tradition aus vor allem griechischen Jenseitsvorstellungen eine Bildlichkeit der zwei Welten, die für seine Konzeption von Sprache und Dichtung von zentraler Bedeutung ist. Nach 1922 treten dagegen in der Auseinandersetzung mit der Philosophie H. Bergsons die synkretistischen Möglichkeiten des Mythos in den Vordergrund. Der Begriff der Teleologie wird - gegenüber dem neuzeitlichen Evolutionismus - zum Inbegriff menschlicher Kultur.
Aus dem Inhalt: Mythos und Literatur - Mythologie in Russland 1860 - ca. 1910 - Mandel'stams Bildlichkeit der zwei Welten - Mythos in synkretistischer Funktion: Mandel'stams Bergson-Rezeption - Teleologie versus Evolutionismus (Lamarck).