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Kulturkrise und konservative Erneuerung

Muhammad Kurd Alï (1876-1953) und das geistige Leben in Damaskus zu Beginn des 20. Jahrhunderts

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Rainer Hermann

Die Herausforderung durch die übermächtig erscheinende säkulare Zivilisation des christlichen Europa setzte bei den Arabern des 19. Jahrhunderts Energien frei, die sich bald in unterschiedlich ausgerichteten Erneuerungsbewegungen bündelten. Die Aufmerksamkeit der westlichen Forschung in der Aufarbeitung dieser «Renaissance» konzentrierte sich bislang auf Kairo und Beirut. Dagegen blieb der politische und kulturelle Aufbruch in Damaskus, der Geburtsstätte des arabischen Nationalismus, weitgehend unbeachtet.
Das geistige Leben in Damaskus von 1880 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wird in dieser Arbeit aus der Perspektive Muhammad Kurd Alïs (1876-1953) beleuchtet. Als einflußreichster Damaszener Journalist des späten Osmanischen Reiches sowie Gründer und erster Präsident der Arabischen Akademie beteiligte sich dieser vielseitig interessierte Publizist nicht nur rege am gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt, sondern gab auch den politischen und kulturellen Diskussionen seiner Zeit wesentliche Denkanstöße. Kurd Alï äußert in seinem umfangreichen Werk erfrischend unkonventionelle Ideen, die in der arabischen Welt bis heute aktuell sind.