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Die Modellierung des Faktischen

Heinar Kipphardts "Bruder Eichmann</I> im Kontext seines dokumentarischen Theaters

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Thomas Lindner

Bruder Eichmann, ein Schauspiel mit dokumentarischer Grundlage, ist das letzte, radikalste, problematischste Werk Heinar Kipphardts. Konstitutive Momente des Weltbildes und der künstlerischen Intentionen dieses Autors treffen hier zusammen: sein marxistisch geprägtes Faschismusverständnis, seine Auffassung von der Entfremdung des Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft, seine Bevorzugung faktischen Materials als Basis des dramatischen Zeitdokuments. Im Zusammenhang der ästhetisch-politischen Konzeption Kipphardts wird die Modellierung des Faktischen analysiert: die auf Interpretation und Wertung beruhende Gestaltung von dokumentierter Geschichte und die Stilisierung eines singulären Falles zum Modell.
Aus dem Inhalt: Das Schlüsselwerk eines vernachlässigten Autors - Wirklichkeitserfahrung und ästhetische Reflexion - Dimensionen des Schauspiels als Zeitdokument - Provokation als ästhetische Geste.