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Selbstproduktion als Kontingenzüberschätzung?

Systemperspektiven und Selbstproduktionsmotive in einer ausgewählten Tradition der Sozialtheorie

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Hans-Jürgen Unverferth

Die Selbstproduktion (Autopoiese) über Sinn prozessierender Systeme (sozialer und psychischer) ist zum Kardinalmotiv einer soziologischen Systemtheorie der Gesellschaft geworden. Sowohl Systemperspektiven als auch Selbstproduktionsmotive aber gehörten bereits von jeher zum Problemlösungsbestand der gesellschaftstheoretischen Selbstreflexion. Aber in dieser Tradition der Sozialtheorie korrespondierten Systemperspektiven und Selbstproduktionsmotive immer auch Begrenzungen der Kontingenz gesellschaftlicher Entwicklungsspielräume.
Ist die moderne Systemtheorie der Gesellschaft, die das Vermächtnis der traditionellen Sozialtheorien übernommen hat, in der Lage, diesem Rechnung zu tragen? Mit anderen Worten: Kann sie die Selbstproduktionskapazitäten sozialer Systeme noch mit deren Voraussetzungen in Beziehung bringen, oder droht ein theoretisches Motiv in der Hypostase gesellschaftlicher Entwicklungsspielräume vorentschieden zu enden?
Der Autor wurde mit dem Förderpreis der Universität Osnabrück 1990 «Beste Dissertation des Jahres» ausgezeichnet.
Aus dem Inhalt: Systemperspektiven/Selbstproduktionsmotive in der Sozialphilosophie - System und Autopoiese: Sinnverstehen und Strukturentschlüsseln, Max Weber und Karl Marx - George Herbert Mead: Systemtheorie ohne Systembegriff? - Niklas Luhmanns soziologische Aufklärung.