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Das Subjekt im Deutschen und im Finnischen

Seine Formen und semantischen Rollen

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Marja Järventausta

Das prototypische Subjekt steht im Nominativ und drückt den Täter aus. Ob diese Binsenweisheit auch für das nach der Dependenzgrammatik definierte syntaktische Subjekt in zwei strukturell so unterschiedlichen Sprachen wie dem Deutschen und dem Finnischen gilt, wird anhand einer bilateralen Korpusuntersuchung überprüft. Die morphosyntaktische Korpusanalyse zeigt, daß das Subjekt in keiner der beiden Sprachen mit der Nominativ-NP gleichzusetzen ist; vor allem im Finnischen sind seine morphosyntaktischen Formen - nicht zuletzt wegen des synthetischen Sprachbaus - vielschichtig und das Fehlen der Subjekt-NP nicht selten. Für die semantische Korpusanalyse wird eine valenzintegrierte Rollenkonzeption entwickelt, durch die nicht nur bewiesen wird, daß die relational-semantischen Inhalte des Subjekts vielseitig sind, sondern auch aufgezeigt werden kann, daß weder im Deutschen noch im Finnischen die agentivische Täter-Rolle die primäre Subjektrolle ist.