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Die Unwahrscheinlichkeit neuzeitlicher Subjektivität

Spanische Schäferromane des späten 16. und des frühen 17. Jahrhunderts

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Claudia Krülls-Hepermann

Für den heutigen Buchleser ist es schwer nachvollziehbar, daß die komplizierten, gleichzeitig jedoch kaum ereignisorientierten Schäferromane zu den meistgelesenen Büchern ihrer Zeit zählten. Der Versuch, diese verlorengegangene Publikumsfaszination zu rekonstruieren, führt zur Beschreibung von zwei kulturgeschichtlichen Umbrüchen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Im Mittelpunkt stehen das Interesse zeitgenössischer Rezipienten, mit neuen Handlungsrollen der Subjektivität zu experimentieren, und im historischen Rückblick überraschende Formen des Umgangs mit den Medien Manuskript und Buchdruck. Unter dieser Doppelperspektive tritt die Beschreibung eines kommunikativen Milieus in den Vordergrund, die von einer ungewöhnlichen Konfiguration von Gegenstandsbereichen, von Texten der spanischen Inquisition, von 'novelas sentimentales' und von den Schäferromanen ausgeht.
Aus dem Inhalt: Subjektivität als Einbruch in die christliche Kosmologie - Schiffbrüche als Emblem neuzeitlicher Subjektivität - Subjektivität als Pyrrhussieg - Phönix aus der Asche als Emblem neuzeitlicher Subjektivität.