Show Less
Restricted access

Aspekte der Offenbachiade

Untersuchungen zu den Libretti der großen Operetten Offenbachs

Series:

Tamina Groepper

Die Arbeit verfolgt das Ziel, der bisher unerklärten Zweideutigkeit der großen Operetten Offenbachs («Offenbachiaden») auf den Grund zu gehen. Untersucht werden: die historischen Wurzeln dieser Operetten als eines «Phänomens der Emigration»; ihre sozialen Rahmenbedingungen im Second Empire; die Wechselbeziehungen zwischen Komponist, Librettisten (Meilhac und Halévy), Darstellern und mondänem Publikum; die Elemente der Operetten (Cancan und Rausch, Sentiment und Nostalgie, Komik und soziale Typensatire); ihre Rezeption in der literarischen und publizistischen Kritik (u.a. Zola, Wagner, Nietzsche, K. Kraus). Das widersprüchliche Nebeneinander von Außenseitertum und repräsentativer Funktion für das Second Empire, das für Offenbach wie für seine Operetten charakteristisch ist, weist diese letztlich als karnevalistisches Phänomen aus.
Aus dem Inhalt: Die Zweideutigkeit der Offenbachiaden beruht auf ihrer Funktion als «Narrenfeste» des Second Empire, während die Rolle Offenbachs und seiner Librettisten unter der kaiserlichen Diktatur Napoleons III. derjenigen des früheren königlichen Hofnarren vergleichbar ist.