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Von der Schreibart des Moralisten

Seume

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Bernhard Budde

In die Literaturgeschichte ist Seume weniger als Autor denn als Person eingegangen: als Wanderer, intransigenter Charakter, als Patriot und als Phänotyp des redlichen Deutschen. Die Abhandlung stellt anstatt der Bilder und Zerrbilder eines Menschen einen Schriftsteller vor; sie interpretiert Gedichte, die Reisebücher, die Autobiographie und Aphorismen des desillusionierten, jedoch an der verratenen Vernunft als der einzigen Orientierungsmöglichkeit festhaltenden Spätaufklärers. Hinter der scheinbaren Unzeitgemäßheit wird die tatsächliche Aktualität des rationalistischen Moralisten erkennbar, der sich utopischen Weltentwürfen ebenso versagt hat wie zynischem oder resigniertem Einverständnis mit der als negativ erfahrenen Wirklichkeit.
Aus dem Inhalt: I. Wer er nicht war und wozu er mißbraucht wurde - II. Verratene Vernunft, verlorenes Vaterland: «herbe Lyrik» - III. Nicht in Arkadien, aber in der Welt: die Reisebücher - IV. Sistierung des negativen Ganzen in der Irrationalität seiner Partikel: die «Apokryphen».