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Der Bauernverband in der Krise

Ein Beitrag zur politikwissenschaftlichen Neubestimmung gruppenkollektiven Verhaltens

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Rainer Sontowski

In der vorliegenden Studie wird eine theoretische Neubestimmung bauernverbandlicher Politik vorgenommen. Es geht um die Frage, wie sich der Bauernverband im Anpassungsprozeß verhält, ob er den strukturellen Wandel zu Lasten kleinerer Betriebe unterstützt oder sich dagegen stemmt. Nachweislich unterhält der Verband zu Regierung und Bürokratie ebenso kooperative Beziehungen wie zu den Kontrahenten am Markt. Statt die Interessen der Mitglieder gegenüber Staat und Genossenschaften konsequent zu vertreten, wirbt die Verbandsspitze bei der Basis um Verständnis für Sachzwänge. Die theoretische Einordnung der Bauernverbandspolitik erfolgt auf dem Hintergrund der Korporatismus-Debatte. Der Verband funktioniert im Agrarsektor als Ordnungsmacht - eine Interessenvertretung von Groß- und Wachstumslandwirten und für diese. Einheit und Stabilität des Verbandes sind zwar gegenwärtig nicht bedroht. Dies könnte sich allerdings schon bald ändern.
Aus dem Inhalt: Agrarstrukturwandel und -politik - Bäuerliche Interessenorganisation - Interessengegensätze im Agrarsektor - Mitgliederintegration und -selektion - Bauernbewußtsein und -verhalten - Innerverbandliche Konflikte - Agrarpolitik zwischen Markt und Staat - Bauernverband als Träger staatlicher Politik - Krisenbewältigung und politische Stabilität im Agrarsektor.