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Gesetz der Gesetzlosigkeit

Das Enjambement im Sonett

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Thomas Schneider

Transzendierung und Auflösung der literarischen Formensprache wird an den Schnittpunkten von Konvention und individueller Sprachgebärde manifest. Das Enjambement im Sonett ist metrisch wie stilgeschichtlich ein Zankapfel der Poetik. Die Vollendung der Darstellung des Ganzen im Fragment findet bei der Kulmination der Enjambements im Sonett seine Entsprechung. In R.M. Rilkes Wortplastiken ist das Enjambement das tragende Element. Es weist über sich hinaus in die Richtung der allgemeinen Frage nach Präsentation und Repräsentation von Kunst. Dichtung und Sprache werden zur plastischen Kontur. Die Gestalt des einen Kunstwerks wird in die des anderen übersetzt. Das Enjambement gleicht Ding und Gedicht an. Die Untersuchung versucht diese Behauptung im historischen Längsschnitt zu überprüfen.
Aus dem Inhalt: Satzführung als Spannungsverhältnis von Vers, Rhythmus und Syntax - Individualistischer Ausdruckswert des Enjambements - Theorie und Geschichte des Sonetts - Interferenz von Syntax und Vers - Enjambement als Gesetz der Gesetzlosigkeit.