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Walther Schoenborn (1883-1956)

Ein Staatsrechtslehrer in den verfassungsrechtlichen Epochen unseres Jahrhunderts

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Claus-Nis Martens

Eine Biographie wirkt wie ein Brennglas. Sie gibt dem Ausschnitt Größe und schärft den Blick fürs Kleine. Walther Schoenborns Leben und Werk bietet dabei vielleicht die einzige Möglichkeit, den Aufstieg und das Ende eines Rechtswissenschaftlers zu verfolgen, der vom Kaiserreich bis in die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland hinein juristischer Vordenker war. Insbesondere das berufliche «Überleben» während der «Säuberungsaktionen» der Nationalsozialisten an ihrer juristischen Stoßtruppfakultät an der Universität Kiel lassen eine ungewöhnliche Kontinuität im Wirken dieses Mannes erkennen. Der Berufsweg dieses Staatsrechtslehrers muß faszinieren, denn die unterschiedlichen Verfassungsepochen des deutschen Staates in diesem Jahrhundert brachten ganz unterschiedliche Beanspruchungen auch des (beamteten) Universitätsangehörigen mit sich und warfen den Menschen hinter dem Funktionsträger in vielfältiger Weise hin und her. Walther Schoenborn verkörpert das Lebens- und Charakterbild eines Rechtswissenschaftlers, das zwar nicht typisch deutsch ist, aber in unserem Jahrhundert nur zu einem Deutschen paßt.
Aus dem Inhalt: Berufung im Kaiserreich - Weimar oder Die Kieler Jahre - Als Professor im Dritten Reich - Emeritierung unter dem Bonner Grundgesetz.