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Literatur als Theologieersatz: Heinrich Böll

«Sie sagt, ihr Kuba ist hier und auch ihr Nicaragua»

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Stephan Güstrau

In den Frankfurter Vorlesungen forderte Heinrich Böll, in seiner Literatur «die Suche nach einer bewohnbaren Sprache in einem bewohnbaren Land» zu erkennen. Bewohnbarkeit ist sein Kriterium für Humanität gewesen. Humanität ist das Prinzip seines Schreibens, um sie in der Sprache zu schaffen und in der Politik zu fordern. Die Vernunft der Poesie wird zur Anwältin dieser Humanität. Ihre Orte sind seine Armut und Aussatz. An diesen Orten, den Müllhalden der Geschichte, verkörpert sich Gott in Armut und Aussatz. Bölls Literatur hat daher den Rang einer säkularen Theologie und ersetzt Theologie dort, wo sie den Armen und Aussätzigen nicht ihre Befreiung verkündigt. Daher sind Bölls literarische Hoffnungen auf die Befreiung der Armen Optionen der Theologie.
Aus dem Inhalt: Die Sprache als Schlüssel für die Wirklichkeit von Kirche und Theologie, Staat und Gesellschaft - Heinrich Bölls Ästhetik des Humanen - Für eine bewohnbare Sprache in einem bewohnbaren Land - Literarisches Sprechen von Gott - Literarische Hoffnungen und theologische Utopien.