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Schizophrenie:

Interaktionsprozesse und emotionales Klima in der Familie

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Ursula Müller

Die familiäre Umgebung schizophrener Patienten kann den weiteren Verlauf der Erkrankung entscheidend mitbestimmen. Ausgehend von Ergebnissen der «Expressed Emotion»-Forschung wurden in der vorliegenden Studie die Interaktionsmuster in Familien mit einem schizophrenen Mitglied und in Kontrollfamilien systematisch beobachtet und sequenzanalytisch evaluiert. Ein Vergleich mit den im Interview geäußerten Einstellungen der Angehörigen ergab: Konstruktiv-fördernde Problemlöseprozesse anstelle gegenseitiger Kritik kennzeichnen das emotionale Klima in Familien von Patienten mit günstigem Verlauf; dagegen entstehen in Familien von Patienten mit höherem Rückfallrisiko länger andauernde, sich negativ aufschaukelnde Interaktionszirkel. Bei der Rückfallprävention kommt es deshalb besonders darauf an, negativ eskalierende Interaktionen, an denen Patienten und Angehörige gleichermaßen beteiligt sind, zu verhindern und Kommunikationsformen zu unterstützen, die auf der Basis gegenseitiger Akzeptanz auf die gemeinsame Lösung aktuell auftretender Probleme gerichtet sind.
Aus dem Inhalt: Schizophrenie - Familieninteraktion - Expressed Emotion - Vulnerabilität-Streß-Modell der Schizophrenie - Systematische Verhaltensbeobachtung - Kategoriensystem für partnerschaftliche und familiäre Interaktion (KPI).