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Heinrich von Kleist und Adam Müller

Untersuchung zur Aufnahme idealistischen Ideenguts durch Heinrich von Kleist

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Peter Foley

Die Tatsache, daß Kleist für die Gestaltung seiner metaphysischen Krise das Erleuchtungstopos heranzieht, führt zu der Annahme, daß er eine rationale Haltung zur Philosophie ablehnte und daß seine teils dilettantischen Kenntnisse der Kantischen Philosophie aus den vorkritischen Träumen eines Geistersehers stammen. Die Quelle für den philosophischen Inhalt der Werke Kleists ist daher in seiner unmittelbaren Umgebung in Dresden und Berlin zwischen 1807 und 1811 zu suchen, in der eine enge Zusammenarbeit mit dem Philosophen und Staatsökonomen Adam Müller stattfand.
Es wird gezeigt, daß Kreise um Ludwig Tieck, dem ersten Herausgeber von Heinrich von Kleists Werken, für das bisherige Urteil über Müller als Kleists «bösem Dämon» (Adolf Wilbrand) verantwortlich sind. Müllers Ästhetik bietet eine Dialektik, die ihren Niederschlag in Kleists Werken fand.
Aus dem Inhalt: Rezeptionsgeschichtliche Mythen - Das Erleuchtungstopos der Krisenbriefe - Literarische Salons - Das Verhältnis zum Wissen - Müllers Ironiebegriff - Narrativer Ansatz - Erzählperspektiven.