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Der «natürliche» Mensch in der Komödie «Der neue Menoza» von Jakob Michael Reinhold Lenz

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Marianne Koneffke

«Der neue Menoza», das zweite Theaterstück des Jakob Michael Reinhold Lenz, war lange Zeit vergessen. 1982 erfuhr es seine Renaissance auf dem Theater. Benno Besson führte es an der Wiener Burg auf, Christoph Hein in einer eigenen Bearbeitung in Schwerin, DDR. Kritiker schrieben, es gelte, ein Stück neu zu entdecken. Die vorliegende Untersuchung setzt sich das gleiche Ziel. Durch genaue Deutung wird bewiesen: die Komödie wurde zu Unrecht von der Forschung vernachlässigt. Der «edle Wilde» Prinz Tandi, konfrontiert mit den durch Vergesellschaftung sich selbst entfremdeten europäischen Menschen, interessiert auch heute noch. Lenzens Drama antizipiert nicht nur die Komödie der Romantik, es weist weit über diese hinaus, mit seiner eigenwilligen Struktur und Sprache, seiner Szenen- und Schnittechnik, die dem Film entlehnt scheint, auf das Theater der Moderne, auf Brecht und Dürrenmatt.
Aus dem Inhalt: Der Stände-Staat: Emilia Galotti - Entfremdete Natur und vergesellschafteter Mensch: Werther und Der Waldbruder - Melancholie und Pathos des Prinzen Tandi - Die komische Figur: Familienvater Biederling - Leidenschaft und Triebnatur: Donna Diana, Graf Camäleon.