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Individuation oder Integration?

Mörikes Weg zur zweiten Fassung des «Maler Nolten»

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Doris Hennemann

Die teilüberarbeitete Fassung von Mörikes «Maler Nolten», die 1877 von Julius Klaiber posthum veröffentlicht wurde, fand in der Forschung nur wenig Beachtung. Die vorliegende Untersuchung will nun aufgrund der historisch-kritisch edierten Textgestalt des frühen wie des späteren «Maler Nolten» aufzeigen, inwieweit sich Mörikes produktionsästhetische Anschauungen bis zur über 20jährigen Arbeit am «Maler Nolten» gewandelt haben. Dabei wird vom Standpunkt des 'impliziten Lesers' aus gefragt, welche Erzählstrategie Mörike aus welcher Motivation heraus und im Hinblick auf welches Publikum dem jeweiligen «Maler Nolten» zugrunde legte. Damit der Vergleich der beiden «Maler Nolten» nicht ohne jede historische Verortung bleibt, wird zudem der Kommunikationsrahmen, in den Mörike mit seiner Umarbeitung hineingezielt haben mag, aufgeblendet.
Aus dem Inhalt: Mörikes (brieflich bezeugter) Wille zur Umarbeitung - Vergleich der beiden Romananfänge, der 'Constanze'-Partien, des Endes des jeweils ersten Romanteils - Zeitgenössische Erwartungen an Mörike.