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Buchstabe, Geist und Natur

Die evangelisch-lutherischen Pflanzenpredigten in der nachreformatorischen Zeit

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Maria Marten

Der Gattung der Predigtliteratur kommt im 16. und 17. Jahrhundert eine zentrale Bedeutung zu, denn gedruckte Predigten machen einen großen Teil des frühneuzeitlichen Schrifttums aus. Die hier vorgelegte Arbeit untersucht Texte, die in der Tradition der lutherischen Schriftauslegung stehen, und wählt aus diesem Bereich Predigten aus, in denen die Deutung von Pflanzen und ihrer Eigenschaften im Vordergrund steht. Diese Pflanzenpredigten können sowohl ihrer Anzahl nach als auch wegen ihrer spezifischen Ausformung der Vermittlung evangelischer Lehre als nachreformatorisches Zeugnis und Teil der theologischen Geistesgeschichte der Zeit gelten. Sie zeigen, auf welche Weise Naturkunde und Schriftexegese in der Mitte des 16. Jahrhunderts miteinander verbunden wurden, und wie dies im evangelisch-lutherischen Erbauungsschrifttum zu einem noch einmal auflebenden Interesse an der allegorischen Naturdeutung führt, bevor sie im Prozess der Aufklärung an Bedeutung verliert.
Inhalt: Übersicht über die Quellen – Die Pflanzeneigenschaften als Deutungsansätze – Deutungen der Pflanzeneigenschaften – Zur Theorie der Allegorie in der frühen Neuzeit – Zum Verfahren der Pflanzenauslegung – Zum Verhältnis von Naturkunde und Theologie – Zur Realität der Naturdinge in den Predigten – Pflanzenallegorien als rhetorische Figuren – Traditionsbezüge zur vorreformatorischen Zeit – Zusammenhänge zwischen Thematik und Bibelstellen – Wiederverwendbarkeit der Predigten – Pflanzen als Merkbilder.