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Liebe - Zorn - Trauer - Adel- Die Pathologie in Hartmann von Aues «Iwein»

Eine Interpretation auf medizinhistorischer Basis

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Michael Graf

Die Untersuchung schliesst im Zurückgehen auf medizinische Autoritäten des Mittelalters das Verständnis der heldischen Erkrankung auf. Iwein krankt an der melancholia, dem Wahnsinn von Zorn und Trauer einer Liebes- und Sexualkrankheit, als deren Ursache der Adel angesehen wurde. In der Rekonstruktion des Zeichenhorizontes der Pathologie wird die Herrschaftsideologie des ritterlichen Organismus offengelegt. Thema des Romans ist dann die Zähmung und Sozialisierung der bestialischen Naturpotenz des Helden. Eine kulturgeschichtliche Skizze zieht Parallelen zur modernen technologischen Domestikation der Natur.
Aus dem Inhalt: U.a. Humoralpathologie im Mittelalter - melancholia Der Wahnsinn von Zorn und Trauer durch entzogene Liebe - amor hereos: Der Liebeswahnsinn - Psychopathologie gegen Moraltheologie.