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Die SPD als «Friedenspartei» - mehr als nur Wahltaktik?

Auswirkungen sozialdemokratischer Traditionen auf die friedenspolitischen Diskussionen 1959-1983

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Michael Longerich

Die vorliegende Studie leistet einen Beitrag zur Erforschung des sozialdemokratischen Selbstverständnisses von der eigenen Partei als einer Friedenspartei. Ist die Selbstdarstellung der SPD nur wahltaktisch bedingt? Oder schöpft die Partei aus friedenspolitischen Traditionen, die Einfluß auf die aktuelle sozialdemokratische Politik haben?
Die Analyse von Parteitagsprotokollen, Beschlüssen, Reden und sozialdemokratischen Publikationen, die Auswertung von Zeitungen und Zeitschriften sowie nicht zuletzt zahlreiche Gespräche mit Sozialdemokraten ergeben das Bild einer Partei, für die geschichtliche Erfahrung ein wichtiger Teil ihrer Identität ist. Insbesondere die erfolgreiche Ostpolitik Willy Brandts trug entscheidend zur Festigung des im Laufe der Parteigeschichte entstandenen kollektiven historischen Bewußtseins bei - eines Bewußtseins, das Identifikationsmöglichkeiten bot, Wir-Gefühle schuf und auch zur Abgrenzung von anderen Parteien diente.
Aus dem Inhalt: Vom 19. Jahrhundert nach Godesberg - Der Weg in die Regierungsverantwortung (1959-1966) - 'Regierungsmitverantwortung'. Die Große Koalition (1966-1969) - Ostpolitik = Friedenspolitik. Die Ära Brandt (1969-1974) - Vom Höhepunkt zum Verfall der Entspannung. Die Ära Schmidt (1974-1982) - Wieder in der Opposition: Die Jahre 1982-1983 - Gespräch mit Willy Brandt.