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Eyolf: Kinder und Kinderschicksale im Werk Henrik Ibsens

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Susanne Kramarz-Bein

Die Kinderfiguren in Ibsens Mittel- und Spätwerk, darunter besonders Hedvig Ekdal und Eyolf Allmers, haben nahezu alle ein ähnliches Schicksal; sie leiden an symbolisch zu verstehenden Gebrechen und sterben früh. Die vorliegende Studie zeigt, daß die Ibsenschen Kinderfiguren als die 'Schwächsten Glieder' der jeweiligen Familie betrachtet werden können, die 'stellvertretend' für ihre Eltern und die familiären Probleme leiden und 'geopfert' werden. Einerseits haben sie die mythologische Rolle der alttestamentlichen 'Sündenböcke' inne, erweisen sich zugleich aber auch als realistisch gezeichnete 'broken-home'-Kinder. Als die Exponenten der bürgerlichen Familie des ausgehenden 19. Jahrhunderts haben sie eine Indikator-Funktion und werden so zu Trägerfiguren und Transponenten der Ibsenschen Gesellschaftskritik.
(Norwegische Originalzitate sind in einem Anhang ins Deutsche übersetzt.)
Aus dem Inhalt: Ibsens Kinderfiguren im Gesamtwerk - 'Doppelperspektivismus' von mythologischem Symbolismus und psychologischem Realismus - Familienpsychologie ('broken home' - elterliche Egozentrik - 'Sündenbock' - Opfer-Aspekt - Kindersuizid).