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Die Komponentenanalyse und das Problem der ästhetischen Wertung

Eine wissenschaftshistorische und literaturtheoretische Diskussion anhand ausgewählter Dichtungen von Joseph von Eichendorff

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Georg Pflüger

Wer wissen will, was gute und was schlechte Literatur ist, muß vorher entschieden haben, was überhaupt Literatur ist. Wer sein Urteil begründen will, muß vorher über ein gesichertes Instrumentarium der Interpretation verfügen. Und wer sich mit dem Geschäft der Wertung an Literatur aus vergangenen Zeiten wagt, muß vorher über ihre Geschichte und ihre Epochen Klarheit haben. Das Problem der ästhetischen Wertung ist in der Tat ein Indikator-Problem für die Wissenschaftlichkeit eines literaturwissenschaftlichen Ansatzes. Eine wissenschaftshistorische Untersuchung verfolgt die akademische Wertungsdiskussion seit Oskar Walzel über Roman Ingarden und Emil Staiger bis hin zu Positionen der analytischen und semiotischen Literaturwissenschaft. Das Ergebnis dient zum einen als geschichtliche Folie, auf der die komponentialanalytischen Einsichten entwickelt werden, zum anderen als Kriterienkatalog, dem diese Einsichten standhalten müssen. Eine literaturtheoretische Diskussion reflektiert und zeigt an ausgewählten Dichtungen von Joseph von Eichendorff, inwiefern die komponentialanalytische Methode einen neuen Beitrag zum Problem der ästhetischen Wertung in der Literaturwissenschaft liefern kann.
Aus dem Inhalt: Das Problem der ästhetischen Wertung seit Oskar Walzel - Roman Ingarden - Emil Staiger - Die Wertungsdiskussion der 60er Jahre - Analytische und semiotische Positionen - Vergleich dieser Ansätze mit der Komponentenanalyse - Zwei fundamentale Schwierigkeiten der ästhetischen Wertung und die beiden Vorteile der Komponentenanalyse - Anwendung und Prüfung des historischen und hermeneutischen Vorteils an Dichtungen von J. v. Eichendorff.