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Aufbau und Krise der Sinn-Gestalt

Tasso und die Prinzessin- im Kontext der Goetheschen Werke

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Hellmuth Ammerlahn

Zum 200. Jahr der Erstausgabe von Goethes Torquato Tasso erscheint diese Neuinterpretation, die das Künstlerdrama als Erkenntnisdrama des Dichters versteht und Tasso in nächste Nähe zu Goethes beiden anderen Leidens- und Erkenntnishelden, Faust und Wilhelm Meister, rückt. Die in Tassos schöpferischer Einbildungskraft sich wandelnde Gestalt der Prinzessin spielt für sein Welt- und Selbstverständnis eine ähnliche Rolle wie gewisse Frauenfiguren in den Lehrjahren für Wilhelm und die erste Helena für Faust. Im Blick auf geschichtliche und übergeschichtliche Dimensionen der Menschengestaltung in Goethes Symbolik erschliessen sich sowohl die Passivität wie die paralysierende Kraft der Prinzessin, der schönen Gräfin, Lilies und Helenas. Die scheinbaren Widersprüche dieser Gestalten zu analysieren, ihren ontologisch-epistemologischen Charakter und Standort im Zusammenhang mit Goethes kulturkritischen und naturwissenschaftlichen Überlegungen aufzuzeigen, ist Ziel dieser Monographie.
Aus dem Inhalt: Die Funktion urbildlichen Denkens als Mittel der Weltorientierung für den Dichter. Die Obstruktions- oder Vermittlerrolle der Brudergestalt. Statische Idealbildlichkeit im Konflikt mit einer sich wandelnden, unheldischen Wirklichkeit. Weltanschauungskrise und Kulturkritik: die Prinzessin Natalie und Eugenie. Das Verhältnis von Leiden, Erkenntnis und künstlerischer Gestaltung bei Goethe.