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Gottfried Kölwel

Studien zu seinem erzählerischen und dramatischen Werk

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Ingrid Girlinger

Gottfried Kölwel (1889-1958) zählt zu den zu Unrecht vergessenen Autoren des regionalen literarischen Spätexpressionismus. Die vorliegende Studie sucht einen Neuzugang zu seinem erzählerischen und dramatischen Werk. Selbst- und Dichtungsverständnis des Autors bedingen einander. Das lebensphilosophische, neuheidnisch-expressionistische Welt- und Menschenbild wird in den Blickpunkt gerückt. Kölwels kulturkritischer Ansatz und seine Kritik der Moderne gehen auf die Jugendbewegung der zwanziger Jahre zurück. Er bekämpft weniger einen Gegensatz zwischen Stadt und Land als vielmehr Egoismus und soziale Fehlhaltungen. Seine Kapitalismuskritik ist Kritik an der Entzauberung der Welt, an der Ausbeutung des Menschen, dem Nützlichkeitsdenken und der Zerstörung der Natur, aber auch an der Zerstörung vorgeblich unwerten Lebens im Nationalsozialismus. Antikriegshaltung und Auseinandersetzung mit Existentialismus, Liberalismus und Intellektualismus führen zur Solidarisierung mit der (bürgerlichen) Arbeiterbewegung. Kölwels Heimatdarstellung ist symbolische Ortsbezogenheit und strebt nach universaler Weltheimat.
Aus dem Inhalt: Analyse des erzählerischen und dramatischen Gesamtwerkes Kölwels: Roman- und Erzählfassungen, Fragmente, Briefe - Kölwel als Autor von Modernitätserfahrungen statt «Dichter seiner Heimat».